alltaeglich

Ein Blog, in dem ich (meist) täglich über meinen ganz alltäglichen Alltag berichte...
"Die wahre Lebensweisheit besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen." (Pearl S. Buck)

Name:
Standort: Geneva, GE, Switzerland

Meist gut gelaunt, naturliebend, Storchennestgucker

Dienstag, Oktober 31, 2006


Happy Halloween!

Heute geht es JPh zum Glück wieder besser und er arbeitet wieder tüchtig an seinem "Roman". Ich fahre mit dem Rad zur Post mit einer Karte, die mir auf einem steilen Strassenstück zu Boden fällt. Gerade kommt ein Bus und fährt schonungslos über das rote Briefkuvert. Zum Glück ist das Wetter trocken, es bleibt nur ein leichter Abdruck des Reifens auf dem Briefumschlag, den ich rasch in den Briefkasten werfe.

Morgen wird das Sperrgut abgeholt, die Dinge, die heute Morgen noch bei uns an den Strassenrand gestellt wurden, sind am Abend bereits verschwunden:


Nachmittags ist "Roue libre" Tag: wir fahren zu zehnt durch die herbstliche Landschaft. Vor allem die Weinberge sind sehr hübsch mit ihren Gelbtönen, leider ist der Himmel sehr bedeckt und es weht auch ein starker Wind. Wir finden uns vereint um einen langen Tisch im Innern des Cafés "Les drôles de Dames", trinken Tee und plaudern über Gott und die Welt.

Wieder Zuhause fülle ich gleich wieder einen Grüncontainer mit Blättern, die seit gestern in Haufen in unserem Garten herumliegen.

Montag, Oktober 30, 2006

Morgens wechsle ich unsere Bettwäsche, ab damit in die Waschmaschine und Staubsaugen im Haus.


Nach dem Kochen und Essen kommen die gefallenen Blätter an die Reihe, da morgen die Grüncontainer abgeholt werden. Dann staubsauge ich auch das Innere unserer Opel Corsa, die heute Abend von JPh gebraucht wird, da er an einem Treffen mit einer ehemaligen Schulkameradin aus der Collège-Zeit teilnehmen wird (nur ein kurzer Apero). Auch die Kameradin ist am Beenden ihrer Dissertation und in Zeitnot, trotzdem freuen sie sich über das Wiedersehen.

JP fährt mit dem Rad in die Stadt und kauft Orangen, welche er für JPh presst, um ihn für seine Arbeit fit zu machen. JPh klagt jedoch über Halsschmerzen und ist heute nicht besonders fit. Er trinkt Brust- und Hustentee.

Sonntag, Oktober 29, 2006

Sonntag: trotzdem stehen wir recht früh auf. JPh hat heute ein Treffen mit seinen alten Klassenfreunden, die ihn am frühen Nachmittag erwarten um gemeinsam auf den Hausberg Salève zu fahren. Neben dem Vorbereiten des Mittagessens backe ich auch noch einen neuen Schokoladekuchen sowie eine Apfelwähe mit Aepfeln von unserem zweiten Apfelbaum (Idared). Diese sind zwar nicht ideal für Wähen, aber was solls!

Die Freunde erscheinen mit etwas Verspätung, aber mit einem schönen Geschenkkorb voller Produkte aus den Gegenden, wo sie leben: Jura, Waadt und Genf. Sie singen ihm vor der Haustür "Happy birthday" und überreichen ihm eine selbst gemachte Karte mit alten Photos und guten Wünschen. Wir sind alle sehr gerührt. Dann fahren sie los und da auch C. wieder nach Hause gefahren ist, machen wir zu zweit einen kleinen Spaziergang durch Wald und Felder. Wir entdecken verschiedene, uns unbekannte Pilze und freuen uns über deren Formen und Farben.




Abends treffen wir uns wieder zu Dritt um noch was zu habern und den Tag mit dem Erzählen unserer Erlebnisse zu beenden.

Samstag, Oktober 28, 2006



Samstag, 1. Ferientag! Ich steige leichtfüssig und frühzeitig aus dem Bett und surfe etwas am PC, der sonst tagsüber von unserem Doktoranden benutzt wird. Ich unterbreche die Arbeit, um wie üblich mit dem Velo an meinen Samstagstamm zu fahren. Auch heute noch sitzen wir auf der Terrasse des Bistros und langsam kommt auch noch die Sonne hervor. Ich treffe mehrere Bekannte und kaufe Salat, Radieschen, Mais, Kürbis usw. auf dem Markt. Auch für die Verkäufer am Marktstand ist das milde Wetter angenehm.

JP trocknet unterdessen seine Konfitürengläser an der Sonne, die Quitten- und Traubengelee enthalten.

Nach dem Essen wische ich Blätter zusammen. C. kommt im Laufe des Nachmittags und spielt mit seinem Bruder PC Spiele. Nach dem gemeinsamen Abendessen gehen sie zusammen ins Kino, während ich vor dem Fernseher bügle. Bald übermannt uns Eltern die Müdigkeit!

Freitag, Oktober 27, 2006

Nach einem meine Lebensgeister weckenden Tee mache ich mich an den Putz und das Aufräumen der wichtigsten Zimmer und fahre rechtzeitig ins Büro. Auch heute bin ich allein mit der Mitarbeiterin des Patron. Letzterer verbringt heute einen Tag mit der Familie - die Kinder haben Herbstferien - und ruft nur einmal an, um Instruktionen zu geben und zu fragen, ob irgendwelche wichtige Post eingetroffen sei. Da meine Kollegin vor ihren Ferien nicht alles erledigen konnte, muss ich mich nun noch um die Anmeldung (und Bezahlung) der 13 Teilnehmer des Firmenteams an der "Course de l'Escalade 06" kümmern http://www.escalade.ch/spip/index.php3?lang=fr
Ich finde zum Glück im Computer die Teilnehmerliste, die im Hause zirkuliert, da die Läufer ihre Adresse und Geburtsdatum angeben mussten. Diese Liste ist noch nicht zurückgekommen, zum Glück finde ich sie mit dem ersten Telefonanruf. Nun muss ich sie vervollständigen, den Totalbetrag der Teilnahmegebühren errechnen und versuchen, noch heute einen Zahlungsbeweis zu organisieren. Leider winkt die Buchhaltung ab und rät mir, selber auf die Post zu gehen und die Einzahlung zu tätigen. So sattle ich mein Velo und fahre auf die nächste Post. Zum Glück ist die Reihe nicht sehr lang und ich bin bald zurück. Noch ein Email an alle Teilnehmer entwerfen und die Sache ist (vorläufig) erledigt. Am 2. Dezember werde ich wohl in der Genfer Altstadt stehen und die Läufer unserer Firma anfeuern, insbesondere meinen Patron, der auch in kurzen Hosen ganz respektabel aussieht!

Nachdem noch einige andere dringende Arbeiten erledigt sind und die Feierabendstunde bereits überschritten, stelle ich genüsslich den Abwesenheitshinweis am Mailsystem ein und verabschiede ich mich von der Mitarbeiterin für eine Woche: da der Patron nächste Woche in Salvador de Bahia an einem Kongress teilnimmt, kann ich eine Woche Ferien nehmen - juhui! So sehe ich meinen Sohn etwas mehr, auch wenn er schwer arbeiten muss.

Jetzt ist es höchste Zeit, meine beiden Reisenden am Flughafen abzuholen. Sie sind müde aber glücklich, den Mietvertrag für eine schön gelegene Wohnung unterzeichnet zu haben.

Donnerstag, Oktober 26, 2006

Heute bin ich allein zu Hause mit Misty, die es zu füttern und streicheln gilt. Das Wetter ist phantastisch, sonnig und warm. Ein paar Löwenmäulchen blühen noch auf der Terrasse und ich freue mich über die letzten Röschen. Das Mittagessen nehme ich auf der Terrasse ein, mit heraufgekrempelten Aermeln des Tshirts und nackten Füssen.

Nachmittags ist das Büro halbleer, da der Patron auswärts bei einem Kunden ist und meine Kollegin 3 Tage Ferien hat. Nur die Mitarbeiterin, eine Tessinerin, arbeitet in ihrem Büro. Die Arbeit geht ruhig voran, doch Abends erhalte ich noch eine Menge Korrekturen der englischen Fassung von Statuten, die von einer Mitarbeiterin englischer Muttersprache vorgeschlagen wurden. Diese will ich unbedingt noch einfügen, ich weiss, morgen habe ich nicht mehr so viel Zeit, muss ich doch wieder meine Männer am Flughafen abholen. So erstrahlt das Gebäude wunderbar in blau und rosa, als ich heimwärts strample.

JP ruft aus Cambridge an und erzählt, dass sie heute 13 Mietobjekte besichtigt hätten, und einige ganz passabel seien. Ich gratuliere für die geleistete Arbeit und lege mich beruhigt schlafen.

Mittwoch, Oktober 25, 2006

Etwas schade, bei diesem schönen Wetter den ganzen Tag im Büro zu sein, aber das gehört nun mal dazu! Meine Kollegin und ich arbeiten full speed, gewähren uns aber trotzdem eine Yoga-Pause über Mittag. Am besten gefällt mir das Entspannen am Ende der Lektion, aber ich bin auch froh über die Uebungen, die die Bauchmuskeln zum Arbeiten bringen. Nach der Yogastunde haben wir noch ein paar Minuten Zeit, unseren Lunch in der Küche unserer Abteilung einzunehmen, dann geht es wieder an den Computer.

Abends muss ich ich rechtzeitig nach Hause, denn ich habe versprochen, meine Männer an den Flughafen zu fahren, wo sie mit dem letzten Flugzeug des Tages nach London fliegen um in Cambridge auf Wohnungssuche zu gehen. JP will frühzeitig am Flughafen sein. Es klappt alles bestens und ich bin schon wieder zu Hause, bevor ihr Flugzeug abhebt.

Dienstag, Oktober 24, 2006


Mein freier Tag und herrliches Wetter! Heute ist der 30. Geburtstag von Sohn JPh und wir können ihn gemeinsam feiern! Ich backe den traditionnellen Schokoladekuchen, von den wir nach dem Ausblasen der Kerzen ein Stück zum Dessert geniessen und gerührt Erinnerungen an all die gelebten Jahre aufleben lassen.

Ich freue mich auf die Velotour mit meinen Freundinnen - heute kommen meine Männer nicht mit: die Arbeit ruft! Wir sind eine Gruppe von 12, es ist sehr interessant, all den verschiedenen Meinungen und Erfahrungen die ausgedrückt werden zuzuhören. J. wollte eigentlich an ihren Segelkurs gehen, doch wegen dem starken Wind wurde er abgeblasen, so gesellte sie sich halt zu den Velofahrern! Im Weinberg verteile ich Messer und Plastiksäcke und sammle mit einigen Mitgliedern Trauben, es sind noch schöne Früchte zu finden.

Vor dem Schlafengehen trinken wir noch ein Glas Champagner, um den Tag stilvoll zu beenden.

Montag, Oktober 23, 2006

Etwas müde kroch ich heute Morgen aus dem Bett, aber wir hatten einen Termin beim Versicherungsmann und so fuhren wir in die Stadt und unterschrieben drei neue Verträge. Das Wetter war schön, nachmittags fuhr ich auf Eicheln und trockenen Blättern durch die von alten Bäumen geformte Allee auf dem Weg ins Büro. Dort ging es wie üblich sehr arbeitsintensiv zu.

JPhil arbeitete am PC an seiner Doktorarbeit und nach der Lektüre der Zeitungen kukschelten wir uns in die Bettlaken.

Sonntag, Oktober 22, 2006

Der letzte Sonntagmorgen bei Sommerzeit:


Den heutigen Sonntag verbrachte ich bei und mit meinen Eltern. Ich half beim Kochen und zum Dessert zeigte ich ihnen meine gestern geknippsten Fotos. Sie waren glücklich, ihre Erinnerungen an die paar dort verbrachten Jahrzehnte aufzufrischen. Mein Bruder rief an, auch er hatte ein fröhliches Klassentreffen erlebt, mit 17 Teilnehmern bzw. Teilnehmerinnen. Die Sonne schien sommerlich warm und wir konnten uns noch etwas draussen hinsetzen und ein Zvieri geniessen bevor ich meine Sachen einräumte und mit dem Kleinwagen wieder Richtung Genf zog.


Ich machte einen Halt in Bavois, bewunderte die Herbstdekoration und trank einen Tee. Problemlos ging dann die Fahrt weiter bis nach Hause, wo ich alle meine 3 Männer antraf. Müde aber glücklich erzählte ich mein spezielles Wochenende und legte mich dann schlafen.

Samstag, Oktober 21, 2006

Mühelos steige ich heute aus dem Bett, frühstücke mit JPh und setze mich gegen 8 Uhr hinter das Steuer der Corsa um an das Tunnelfest/Klassentreffen am Ort, wo ich meine Kindheit und Jugend verbrachte zu reisen. www.ennetbaden.ch

Erstes Ziel ist Bern, wo ich um 10 Uhr meinen Bruder abholen soll, der sich ebenfalls mit seinen ehemaligen Klassenkameraden der Primarschule trifft. Die Fahrt ist schön, leichte Bodennebel, leuchtende Herbstfarben in sonnigen Abschnitten und Punkt 10 Uhr treffe ich bei meinem Bruder ein, der gleich das Steuer übernimmt und uns sicher ans Ziel bringt. Als Erstes besuchen wir den Friedhof und schmücken das Grab unserer vor 20 Jahren verstorbenen Grossmutter mit einem leuchtend gelben Blumenstock. Leider ist die Zeit knapp, es reicht nicht mehr, bei unserem ehemaligen Elternhaus vorbeizugehen. Wir suchen uns ein angenehmes Restaurant und geniessen plaudernd das Mittagsmahl. Dann trennen wir uns, und jedes geht an seinen Treffpunkt, um die seit 12 oder mehr Jahren nicht mehr gesehenen Kameraden wiederzusehen.



Mein Treffpunkt ist bei der alten Holzbrücke, wo unser Organisator im Freien einen Tisch aufgestellt hat und ein Apero serviert. Es gibt eine herzliche Begrüssung, ich erkenne doch die meisten meiner Mitschülerinnen und Schüler. Etwas später erscheint der Stadtführer, der mit uns "einen speziellen Stadtrundgang" unternehmen wird. Wir erfahren viele aktuelle Informationen und Geschichten der Stadt und Bäder von Baden. Nach den Ausführungen zur Holzbrücke geht es der Limmat entlang zur imposanten Hochbrücke, wo wir ins Innere des Pfeilers der Badener Hochbrücke steigen können - für fast alle eine Première!
Eine steile Betontreppe führt auf eine Plattform, die Akustik ist phantastisch. Es wurden hier sogar schon Konzerte abgehalten. Dann geht es weiter durch die Altstadt, auf den Kirchplatz, mit historischen Erklärungen.




Es folgt ein Besuch im Stadtturm, wo bis 1980 das Untersuchungsgefängnis war. Die Zellen entbehren jeglichen Komforts und waren praktisch ungeheizt. Auch der Auslauf beschränkte sich auf einen engen Korridor im Turminnern.





In der Nähe ist im Rathaus der schöne Tagsatzungssaal, in dem wichtige Ereignisse stattfanden.











Die Decke des Eingangskorridors ist mit obigem Gemälde verziert, geschaffen von einem meiner Mitschüler an der Bez.

Nach einem Bummel durch das Zentrum gelangen wir ins Bäderquartier, wo die Quelle des heissen, schwefelhaltigen Thermalwassers (Heilwirkung vor allem für Rheumakranke) ist. Auch hier einige Erklärungen und dann begeben wir uns ins Hotel Blume, ein altes Badehotel mit besonderem Charme, wo wir in einem Saal das Programm fortsetzen mit einem Zvieri, Bildshow und dem Vorlesen durch unseren Schriftsteller von Geschichten über Streiche, Erlebnisse, usw., die ihm einige von uns vorher zugesandt hatten.










Die Stimmung war ausgezeichnet und das Austauschen von Erinnerungen stimmte uns manchmal nachdenklich, meist aber fröhlich.

Gegen Abend beschlossen wir den Tag mit dem Besuch der neuen Tunnelanlage, welche das Bäderquartier vom Verkehr befreien wird. Dem Fluss entlang soll nun eine Flaniermeile entstehen. Dann gab es noch einen Trunk in einer Festbeiz und damit war das offizielle Treffen beendet.

Ich verliess bald die fröhliche Gesellschaft, um zu meinen Eltern zu fahren, die ca. 50 km weiter wohnen. Dort gab es noch einen Imbiss und ich hatte natürlich viel zu erzählen. So wurde es etwas spät, bis wir uns alle müde in die Kissen sinken liessen!

Freitag, Oktober 20, 2006

Heute ist der Himmel ausnahmsweise etwas bedeckt, aber es ist Freitag, das ist immer ein Tag, an dem ich besonders gut gelaunt bin. Da ich morgen früh für ein Nostalgie Wochenende in meiner alten Heimat wegfahre, bereite ich einen grossen Topf mit Sauerkraut und Zutaten für meine Männer vor, sowie meine Reisetasche, usw.

Im Büro versuche ich, ein paar Rechnungsentwürfe zu erstellen, aber es kommt immer etwas noch Dringenderes dazwischen...

Ich gehe rechtzeitig schlafen, um Morgen fit zu sein!

Donnerstag, Oktober 19, 2006

Ungewohnt heute Morgen, als ich für das Badezimmer anstehen musste! Trotzdem ist es schön, dass die Familie für ein paar Tage auf ein Trio angewachsen ist, auch wenn ich nun etwas mehr mit Haushalt und Kochen beschäftigt bin. Das Wetter ist schön, JPh arbeitet an seiner Doktorarbeit und wir halten uns still, um ihn nicht zu stören.

Ich geniesse wie immer die Fahrt ins Büro. Langsam fallen die Blätter, die sich immer mehr verfärben. Am Boden liegen Kastanien und Eicheln, das knackt so unheimlich beim Darüberrollen!

Mittwoch, Oktober 18, 2006

Ein wunderbarer Morgen, ohne Nebel. Die Strassenlampen warfen noch ihren gelblichen Schimmer auf die Strasse, der Himmel war rosafarben, die Temperatur etwas kühl als ich auf meinem Supervelo durch die Strassen Richtung Büro strampelte. Ich hatte Trauben vom Genfer Weinberg mitgebracht und obwohl sie bedeutend weniger süss als unsere aus dem Elsass waren, verschwanden sie in diversen Schlünden.

In der Mittagspause hatte ich mich für einen Kurs Yoga angemeldet - zum Versuchen. Dank mir kamen wir kanpp auf die Mindestteilnehmerzahl, damit der Kurs stattfindet. Der Kellerraum ist zwar nicht gerade angenehm und beim Anlehnen an die Wand bei einem der Uebungen brökelte der Verputz zu Boden, aber es ist vorgesehen, demnächst einen blauen Spannteppich einzurichten. Zum Glück hatten wir kleine Gymnastikteppiche zur Verfügung und wir konzentrierten uns auf die Uebungen. Für den Anfang war ich ganz zufrieden, aber natürlich steckt da noch viel Arbeit und Ueben dahinter, bis ich nur annähernd so elegante Posturen wie unsere Lehrerin hinbringe! Mal sehen, ob ich Morgen Muskelkater haben werde!

Nach einem kurzen Imbiss in der Küche unseres Büros mit meiner Kollegin, die mir das Yoga schmackhaft gemacht hat, stürzen wir uns wieder in den Papierkrieg. Der Patron hat nicht einmal Zeit, die Sitzung über die Verteilung der internen Sitzungen zu besuchen. Ich schlage mich mit dem Durchlesen und Korrigieren von einem Vertrag herum, der noch heute in Französich und Deutsch möglichst perfekt dem Kunden übermittelt werden sollte. Meine Arbeitszeit ist schon abgelaufen, als mir der Patron eine nochmals leicht veränderte Fassung überreicht. Gutmütig wie ich nun mal bin, erkläre ich mich bereit, die Arbeit noch heute Abend zu erledigen. Leider mache ich eine Fehlmanipulation und muss meine Korrekturen in einer Fassung 2 mal eingeben. Trotzdem ist das Gebäude noch nicht in Farbe getüncht, als ich den Heimweg bei gar nicht kühlem, aber etwas Regentropfen fallen lassenden Himmel unter die Räder nehme.

Zuhause finde ich meine zwei Männer mit Kochen, bzw. am Computer beschäftigt. Sie haben sich einen kleinen Aufenthalt nächste Woche in England arrangiert, um für JPh eine Wohnung auszusuchen. Ich hoffe, dass sie für den Sohn ein angenehmes Plätzchen finden werden, wo wir vielleicht auch mal unser Lager aufschlagen werden, um "good old England" neu zu entdecken. Ich bin sehr gespannt!

Dienstag, Oktober 17, 2006

Ein schöner Herbsttag, die Morgennebel verschwinden gegen Mittag.

Um 10 Uhr fahren JP und ich an den Flughafen, um JPh abzuholen, der nach einer Tagesreise wieder einmal seiner Heimatstadt (und seinen Eltern) einen Besuch abstattet. Wir freuen uns sehr, laden nach der herzlichen Umarmung ihn und seine 3 Koffer in das kleine Auto und fahren gleich nach Hause. Ich bereite das Essen vor und frage so nebenbei meinen Sohn, ob er mich vielleicht heute nachmittag (eventuell mit Papa) mit mir auf die dienstägliche Velotour begleiten würde? Warum nicht, wenn es vorher noch zu einer Dusche reicht! Es reicht, und wir fahren zu dritt an den Treffpunkt, wo unsere Gruppe schliesslich auf 13 Velofahrer- und fahrerinnen anwächst - ein Rekord! Wir fahren in Gruppen zu unserem üblichen ersten Halt, beim Wasserturm, wo wir die ersten Trauben ernten, da jetzt die Weinlese beendet ist und die verbleibenden Trauben für das Publikum gratis zur Verfügung stehen. Etwas weiter weg finden wir nach den blauen auch noch süsse, weisse Trauben. JP holt sich mit der Rebschere einige Kilos dieser Früchte - er ist der Letzte, der sich zu uns auf der Terrasse des Bistros gesellt. Es wird angeregt auf englisch und französisch geplaudert, da unsere Gäste aus London wieder einmal dabei sind - eine gute Gelegenheit für JPh, sich Insiderinformationen über sein baldiges neues Zuhause zu holen. Doch bald heisst es aufbrechen und zurückfahren: JP verteilt sorgfältig seine Trauben auf unsere 3 Velos und so sind die anderen schon verschwunden, als wir uns endlich auf den Weg machen. Never mind, wir kennen ja den Weg! Wir treffen eine Maiskörnerspukmaschine in voller Aktion - beeindruckend!


Zu Hause darf JPh den letzten Apfel vom Apfelbaum pflücken und verzehren. Dann geniessen wir gemütlich Raclette und zuletzt ein Stück Apfelwähe, die ich eben mit den letzten eigenen Aepfeln gebacken habe.

Wir bestaunen auf dem PC JPh's letzte Photos und JPh ist nun doch etwas müde und wir gehen alle schlafen.

Montag, Oktober 16, 2006

Heute Morgen kam der Kaminfeger und reinigte den Kamin unseres Hauses. Eigentlich sollte ja der Kaminfeger Glück bringen, aber da gleich nach seinem Besuch der Schlauch meines Staubsaugers entzwei brach, bin ich mir da nicht so sicher! Zum Glück haben wir ein zweites Gerät im Haushalt, das wir für die nächsten Tage mit der um JPh vergrösserten Familie gut brauchen können.

Bei meiner Ankunft im Büro stich mir der Duft eines Schokoladekuchens in die Nase: die Mitarbeiterin unseres Patrons offerierte ihren selbst gebackenen Kuchen und und wir griffen gerne zu! Der Patron musste sich auf eine Arbeit konzentrieren, hatte ein Treffen mit einem Kunden und ab 17 Uhr waren alle Partner der Firma am Partnertreffen. Da die Gruppe nebenan offenbar einen personellen Engpass hat, brachte uns dieser Partner auch noch ein paar Kassetten mit Diktaten. Ich besorgte diese Arbeit und konnte sogar noch vor der farbigen Beleuchtung des Gebäudes heim fahren.

JP war unterdessen mit dem Etikettieren seiner Konfitürengläser und Einkaufen beschäftigt. Die Sonne konnte heute den Hochnebel nicht durchbrechen aber die Temperatur war mild.

Sonntag, Oktober 15, 2006


Auch heute kam die Sonne erst nachmittags hinter der Hochnebeldecke hervor, aber besser spät als gar nicht! Die Blätter verfärben sich langsam und beginnen, sich von den Aesten zu lösen und am Boden anzusammeln...

Wir verarbeiten einige Kilos Quitten, erledigen Schreib- und Haushaltarbeiten usw. und freuen uns, in weniger als 48 Stunden JPh am Flughafen abholen zu können. Er wird Raum und Ruhe (und den Computer...) brauchen, um seine Arbeit fertigzustellen, ich werde mich deshalb mit Küche und Haushalt beschäftigten und versuchen, nicht zu schwatzhaft zu sein.

Samstag, Oktober 14, 2006

Unser neues Torfbeet:
Die Sonne braucht heute etwas länger, um den Hochnebel zu durchbrechen, aber es ist warm genug, auf der Bistroterrasse ein Glas Tee mit Bekannten zu trinken und Neuigkeiten auszutauschen. Ich erzähle von meinem Ausflug auf den Moléson und erfahre, was in meiner Abwesenheit lief. Später kommt noch ein Nachbar an den Tisch und das Thema dreht sich um die alternden Eltern und die damit verbundenen Probleme.

Der Dorfmarkt hat steigenden Erfolg: auch heute komme ich zu spät und die letzten grünen Bohnen werden von einer Dame, die vor mir an der Reihe ist, weggeschnappt. Trotzdem kann ich meinen Sack mit frischem Gemüse füllen.

Der Nachmittag vergeht mit Gartenpflege, ich reisse die letzte Tomatenstaude aus und hacke meine verbleibenden 7 Salate und den Lauch. Auch wische ich die Einfahrt, dann folgt eine Pause, ein Telefon mit meinem Bruder - youpi, wir gehen nächsten Samstag gemeinsam an ein Eröffnungsfest mit Klassenzusammenkünften in der Gegend, wo wir unsere Kindheit verbrachten!

Heute Abend gehts in den Ausgang: wir haben als Geburtstagsgeschenk Logenplätze im Casino-Théâtre erhalten und werden uns diesen Abend bei der Revue entspannen und über die Genfer Politiker lachen - Stoff hat es ja in Hülle und Fülle! http://www.larevue.ch/

Freitag, Oktober 13, 2006

Freitag, der dreizehnte - wir sind absolut nicht abergläubisch und beginnen den Tag wie immer mit einem währschaften Zmorge. Ich geniesse die Bio-Trauben aus dem Elsass, süsse, dunkelblaue, grosse Beeren - mmmh!

Wir fahren (ausnahmsweise) mit dem Auto in die Stadt, da wir ein Treffen mit einem Versicherungshengst haben um ablaufende Verträge zu erneuern. Er erzählte uns von einer betagten Kundin, die noch täglich ihren Spaziergang macht und seinen Erklärungen zu der Versicherungspolice offensichtlich problemlos folgen konnte. Als er merkte, dass sie vor wenigen Monaten ihren 100. Geburtstag gefeiert hatte, schenkte er ihr die Jahresprämie!

Da wir nun mal mit dem Auto unterwegs sind, machen wir auf der Rückfahrt noch einen kleinen Umweg, um beim Velohändler einen neuen Velohelm zu posten. So fühle ich mich beim Herbstwetter etwas besser geschützt gegen Stürze auf feuchten Blättern.

Ich fahre mit Trauben im Korb und dem neuen Helm auf dem Kopf an die Arbeit. Heute bleibt der leichte Hochnebel den ganzen Tag. Umso mehr finden meine sonnengereiften Trauben begeisterte Abnehmer(innen) auf meiner jetzigen und der früheren Abteilung, wo ich etwas zu erledigen habe und deshalb einen kurzen Besuch abstatte.

Meine Kollegin muss heute früher weg und ich versuche, allen Wünschen von Patron und Mitarbeiter zu genügen. Leider verschickt ein Deutschschweizer Mitarbeiter eine unkorrigierte Version eines Emails an einen Kunden, während ich dabei war, die schlimmsten Fehler zu korrigieren.... Was sich der als "chère Monsieur" betitelte Empfänger wohl dabei gedacht hat??
Da ich trotzdem noch die für Freitag vorgesehenen Aufgaben beenden möchte, verlasse ich das Büro als das Gebäude schon in zartem Blauviolett erstrahlt... gar nicht zur Freude meines Gatten.




Donnerstag, Oktober 12, 2006

Etwas Ausschlafen tat mir gut, heute Morgen, obwohl das Wetter recht angenehm ist und ich endlich entdecken kann, was der Gärtner in meiner Abwesenheit Dienstag und Mittwoch geleistet hat: ein vergrössertes Torfbeet mit Azaleen und Rhododendren und neue Blumen im Steingärtchen, die die im Juli verdorrten Exemplare ersetzen und hübsche Farbakzente setzen.

Nach einem Suppenzmittag radle ich bei tollem Wetter in leichter Kleidung ins Büro. Der Stagiaire d'Ete überrascht uns zum morgigen Ende seines 8-wöchigen Stages mit 2 Sorten selbstgemachten Muffins: Banane/Ananas oder Schokolade! Wir sind entzückt, gratulieren und danken ihm herzlich und geniessen seine Leckereien zu einer Tasse Tee.

JP ruft mich an und sagt, dass er alles Nötige erledigen konnte und ich notiere mit welchem Zug er heute Abend ankomme. Ich werde ihn mit dem Auto am Bahnhof abholen.

Wie verabredet stehe ich gegen 22 Uhr am Treffpunkt, sehe aber keine Spur von JP. Geduldig warte ich auf die 2 nächsten Züge aus dem Norden und nach ca. einer halben Stunde erscheint mein Gatte, beladen mit Koffer und einer Kühltasche voller Trauben aus dem Garten!! Nach der Umarmung erfahre ich, dass sein Zug wegen eines Zugunglückes an der Luxemburgischen Grenze Verspätung hatte und er deswegen natürlich auch den direkten Anschlusszug verpasste. Never mind, rasch nach Hause, Suppe, Brot, Austausch von Neuigkeiten und ab in die Heia!

Mittwoch, Oktober 11, 2006

Das Aufstehen fiel mir heute bedeutend schwerer als gestern, trotzdem schaffte ich es, kurz nach 8 Uhr im Büro zu erscheinen. Meine Kollegin und ich wurden mit ausreichend Arbeit eingedeckt obwohl der Patron wie üblich viele Sitzungen, Konferenzgespräche und Deadlines hatte. In der kurzen Mittagspause holte ich Bargeld am Bancomat und Essbares im Supermarkt, das ich bei der Lektüre der gestrigen NZZ auf der Parkbank vertilgte, bevor ich wieder ins Büro düste.

JP überwachte inzwischen die Wiederinstandstellung einiger Schwachpunkte seines Familienbesitzes: verstopfter Dachkänel, undichte Fenster und zerbrochene Fenster der Veranda. Er musste dem "Fachmann" Ratschläge geben, denn diesem fehlte die Erfahrung in Konstruktionen aus dem Jahre 1900. JP verbesserte die Verkittung der neuen Scheiben, die nur in etwa den früheren entsprachen. Ich befürchte, dass das Flickwerk meinen Ansprüchen nicht genügen wird...

Eigentlich wollte JP heute Abend wieder zurück fahren, doch ein Nachbar machte ihn auf einen verrutschten Ziegel auf dem Dach aufmerksam. So musste er noch einen Dachdecker für den nächsten Tag organisieren, was ihm dank nachbarlichen Beziehungen gelang.

Misty erhielt ihre Streicheleinheiten und nach meiner üblichen Surftour werde ich müde in die Kissen fallen...

Dienstag, Oktober 10, 2006


Munter aus dem Bett gehüpft, geduscht, gefrühstückt und mit JP per Bus an den Bahnhof gefahren. Der Salève sah aus wie ein impressionistisches Gemälde, mit leichten, schwadenartigen Nebelstreifen. Der Buschauffeur fuhr wie ein Verrückter, und wir merkten bald, dass wir trotz dem Morgenverkehr rechtzeitig am Bahnhof eintreffen würden. Zudem traf unser Zug mit 20 Minuten Verspätung ein. Wir fuhren gemeinsam nach Freiburg, wo ich meinen Bruder traf. JP blieb im Zug, sein Bestimmungsort war R. im Elsass, da er Handwerker bestellt hatte, die diverse Arbeiten an seinem Elternhaus zu besorgen hatten.

Weil der Zug meines Bruders pünktlich in Freiburg angekommen war hatte er die Wartezeit benützt, um den Standort der Mietwagen zu finden, so konnten wir sogleich losfahren. Zu meiner Ueberraschung hatte mein Bruder ein Cabrio gemietet und so öffneten wir das Dach und fuhren mit den Haaren im Wind durch eine grüne Gegend. In Broc stiess uns der tolle Duft von Schokolade der dortigen Fabrik in die Nase, wir sahen von weitem das Schloss Gruyères auf seinem Hügel und kamen bald darauf in Moléson-Village an. Wir waren nicht die Einzigen, die den Moléson ersteigen wollten, es bestiegen noch etliche Senioren und Familien mit Kindern (Herbstferien) das Funiculaire. Auf halber Höhe des Moléson angekommen genossen wir zunächst die Aussicht und begannen dann unsere Wanderung seitwärts der Bergflanke entlang bis zum Chalet-Restaurant Le Gros Plané. Leider war es geschlossen, aber wir setzten uns an den Rand der Terrasse und verpflegten uns aus dem Rucksack. Ein vorbeiwanderndes Ehepaar grüsste uns und wir plauderten ein wenig. Sie zeigten uns noch andere schöne Wanderrouten in der Umgebung und wünschten uns bon courage für den doch eher steilen Aufstieg, den wir wohlgemut in Angriff nahmen. Wir freuten uns über das ideale, milde und windstille Wetter und hielten immer wieder inne, um ins Tal zu blicken. Bei einer steilen Felsstelle halfen ein Eisenseil und Metalltritte für ein sicheres Ueberqueren und nach ca. 1 1/2 Stunden waren wir schwitzend und leicht ausser Atem auf dem Gipfel angelangt! Wow - das Panorama war phantastisch! Fast so schön wie hier ( "Moléson" wählen)
http://www.leman-sans-frontiere.com/francais/QTVR/visite_virtuelle.htm
nur lag über den entfernteren Seen eine Dunstschicht.

Nach einer Weile kehrten wir mit Seilbahn und Funiculaire wieder an die Talstation zurück und fuhren nach Greyerz, wo ich meinem Bruder das hübsche Städtchen zeigte und wir eine der Spezialitäten der Region, Meringues mit von den schwarz-weissen Freiburger Kühen stammendem Doppelrahm, genossen. Dann fuhren wir zurück nach Freiburg, tankten und liessen das Auto zurück, um uns nach einem leichten Abendessen in entgegengesetzten Richtungen in den Zug zu setzen. Dabei hatte ich riesig Glück: die Züge vorher wurden seit zwei Stunden allesamt in Lausanne angehalten, da im Genfer Hauptbahnhof eine Bombendrohung eingegangen war was eine Evakuirung aller Anwesenden zur Folge hatte!

Müde aber glücklich kam ich zu Hause an, etwas vorwurfsvoll begrüsst von Misty, die sich gierig über die Milch hermachte.

Montag, Oktober 09, 2006

Kein Morgennebel, keinen Muskelkater nach der gestrigen ca. 10 km langen Wanderung bergab und bergauf, ein schöner Tag!

Ich sass vor dem Computer und suchte in meinen Erinnerungen nach Erlebnissen aus meiner Primarschulzeit, da wir nächstens eine Klassenzusammenkunft haben und dazu aufgerufen wurden, einem Klassenkameraden, der Autor von Erzählungen und Hörspielen geworden ist, unsere Streiche usw. für eine Kurzgeschichte zukommen zu lassen. Heute war der letzte Termin, so sandte ich ihm eine Mail mit ein paar Anekdoten, an die ich mich noch erinnern konnte. Erstaunlich, wie wenig aus dieser Zeit in meinem Gedächtnis haften geblieben ist. Oder war ich einfach zu brav?

Im Büro lief alles rund. Der Patron hatte wenig Zeit und ich beschäftigte mich unter anderem mit Suchen (und Finden) auf dem Internet von Adressen und Biographien von Rechtsanwälten, mit denen mein Patron zusammenarbeiten wird. Meine Kollegin ist wieder da und es geht ihr etwas besser, aber die Medikamente müssen noch angepasst werden, damit sie keine Krämpfe mehr hat an den Beinen. Nachts kann sie deswegen schlecht schlafen.

Ich hoffe, auch diese Nacht gut zu schlafen, denn morgen heisst es früh aufstehen, um den Zug nach Fribourg nicht zu verpassen, wo mich mein Bruder erwartet.

Sonntag, Oktober 08, 2006


Ein wunderbarer Frühherbsttag, noch etwas grau am frühen Morgen, aber gegen Mittag scheint die wärmende Sonne. Ich möchte für den Ausflug mit meinem Bruder am kommenden Dienstag etwas trainieren und mein Göttergatte erklärt sich bereit, mich zu begleiten.

So wird nach dem Mittagessen Tee gekocht und in die Thermos gefüllt, der Rucksack gepackt und die Wanderschuhe angezogen. Los geht es auf Entdeckungsfahrt Richtung Vuache, dem Berg hinter dem Hausberg Salève, den wir nun doch schon gut kennen. Ich spiele Navigator mit Hilfe einer Landkarte und wir kommen ohne Falschfahren in der gewünschten Gegend an. Wir finden einen Ausgangspunkt für eine Rundwanderung, die hinunter an die Rhône führt, durch Wald, Weiden und kleine Dörfer oder Weiler. Wir sprechen mit einer Dame aus Arcine, die uns den Weg zeigt und erzählt, dass ihr Haus noch eine Schiessscharte hat und dass im 18. Jahrhundert hier ein Verteidigungsposten stand. Das Nachbardepartement "Ain" wurde vor 1860 als "Frankreich" bezeichnet, da das jetzige Hochsavoyen in jener Zeit zum Königreich Sardinien gehörte .

Nach dem Abstieg zur Rhone, mit Blick auf das château d'Arcine, durch Weiden, Wald und Weiler setzen wir uns für einen kleinen Imbiss am einsamen Strand auf ein Mäuerchen und bewundern die Umgebung (siehe Bild). Da der Nachmittag schon fortgeschritten ist, machen wir uns bald wieder auf die Beine für die Wanderung zurück zum Auto, die uns über Bange und Beauchâtel vorbei an Kühen und einem Mann mit einer Schubkarre voller mächtiger Kürbisse für Halloween auf einem angenehmen Weg mit prächtiger Aussicht zu unserem Ausgangspunkt zurückführt. Die Sonne verschwindet gerade hinter dem Jura, als wir ankommen. Auf unserer Fahrt zurück nach Hause fotographieren wir noch die gespenstisch ausschauende Festung Fort de l'Ecluse und entzücken uns über den aufsteigenden Fast-Vollmond, der riesig aussieht.


Wir geniessen eine Kürbissuppe und corn on the cob, schwärmen von unserem gelungenen improvisierten Ausflug und legen uns schlafen.


Samstag, Oktober 07, 2006

Nach heftigen Regengüssen in der Nacht hellte sich das Wetter im Laufe des Morgens auf. Trotzdem trank ich meinen Tee diesmal im Innern des Bistro und tauschte mit meiner Freundin die letzten Neuigkeiten aus. Auf dem Markt herrschte Hochbetrieb und die Kundin vor mir schnappte sich die letzten grünen Bohnen. Tant pis, so kaufte ich halt Kefen (Mangold), nebst Mais, Ruebli, Salat, Tomaten, Auberginen, Paprika, Zucchetti und Orangen. Herrlich, diese herbstliche Vielfalt!

Nachmittags kam der Gärtner wieder, säte Gras und schaufelte ein grosses Loch für die Azaleen, die er neu neben den zurückgeschnittenen Rhododendron pflanzen wird. Ich las die heruntergefallenen wilden Zwetschgen auf und wischte die Einfahrt. Am Eingang schnitt ich den Cottoneaster und einen stachligen Grünbusch zurück.

Nach einem gemeinsamen Zvieritee machte sich JP ans Rasenmähen, das Gras war bei dem warmen Septemberwetter und dem kürzlichen Regen stark gewachsen. A propos unüblich warmen September entdeckte ich zufällig, dass unser Forsythienstrauch einige Blüten trug. Auch Monatserdbeeren und Himbeeren reifen nochmals langsam im Garten.

Gegen Abend erschien der Junior, der mit uns das Abendessen teilte. Er war recht gut gelaunt und freute sich, etwas später mit der Freundin ins Kino zu gehen. Er überreichte uns als Geburtstagsüberraschung Eintrittskarten für nächsten Samstagabend ins Casino Theater, wo eine humorvolle Genfer Revue gespielt wird. Wir freuen uns!

Zum Bügeln lief im Fernseher ein nettes Programm mit einem lokalen Star der Unterhaltungsmusik, der viele verschiedene Sänger und Sängerinnen eingeladen hatte zum Thema der 60er Jahre vor Publikum französische Chansons zu singen.

Freitag, Oktober 06, 2006

Um halb elf Uhr hatte ich einen Termin bei der Haarschneiderin, die meine Frisur wie üblich stutzte. Bei der Heimfahrt regnete es ein paar Tropfen, nachmittags aber herrschte wieder eitel Sonnenschein.

Im Büro fehlte meine Kollegin - sie habe sich nicht wohl gefühlt. Da mein Patron überall Arbeit verteilt hatte, kam dann im Laufe des Nachmittag alles für den letzten Schliff und das Versenden zu mir. Zuletzt versorgte ich die Kopien in den entsprechenden Akten und druckte alle Mails die mein Boss entweder erhalten oder abgesandt hatte. Er hatte ein Essen mit Kollegen und nachdem sich bereits seine Mitarbeiterin am frühen Nachmittag verabschiedet hatte, blieb ich kurz nach 18 Uhr allein zurück, um meine Arbeit zu beenden. Ein anderer Partner der Etage suchte ein Faxgerät und ich erklärte ihm, wie unsere Maschine funktioniert. Nach 2 Versuchen klappte es dann auch wirklich! Als ich das Gebäude verliess, strahlte es in violetten Streifen! Der Vollmond strahlte im Himmel, die Temperatur war mild und ich hörte sogar noch einige Grillen zirpen.

Unterdessen hatte zu Hause unser Gärtner den Steingarten auf Vordermann gebracht. Der Nachbar am Anfang unseres Weges hatte zwei neue Container bestellt, die jetzt nagelneu auf unsere Kehrichtsäcke warten. Die alten hatten nach 30 Jahren Dienst den Boden verloren!

Donnerstag, Oktober 05, 2006


Uff, die Inspektion ist beendet. Zwar können wir die dicke Betontüre nicht schliessen, weil zuerst ein Linoleumbodenbelag des Vorraumes weggerissen werden müsste (was wir natürlich im Friedensfall nie machen) und deshalb kann das System nicht richtig getestet werden. Wir werden einen Rapport erhalten, aber wie auch immer der ausfällt, wir machen es wie die Mehrheit der Betroffenen, d.h. wir unternehmen gar nichts. Im Notfall sollten in unserem Bunker 6 Personen Platz finden (hmm, scheint ein bisschen knapp zum Schlafen)...

Draussen aber ist schönster Sonnenschein, Zeit die gefallenen Blätter zu wischen und wilden Zwetschgen zu entsorgen.

Der Nachmittag verlief ruhig - der Patron hatte die ganze Nacht durchgearbeitet und war nach dem Mittagessen nach Hause schlafen gegangen. Wir kümmerten uns um die anfallenden Geschäfte und gingen rechtzeitig nach Hause. Ich machte noch einen Stadtbummel bei Abendverkauf und bestellte mir ein paar Stiefel und eine rote Bluse. Dabei kam ich das erste Mal diese Saison bei einem Marronistand vorbei - es roch himmlisch und die Leute standen Schlange.

Der Heimweg war romantisch, bei "Fast-Vollmond" mit einem braunrötlichen runden Rahmen.


Mittwoch, Oktober 04, 2006

Kühl, aber schön war die Fahrt ins Büro: rosa Himmel mit langgestreckten Wolken. Dann im Büro erhalte ich noch viele persönliche und per Email versandte Geburtstagswünsche und die nette Kollegin hat sogar Gipfeli für alle mitgebracht, zur Feier des Tages! Ich lege ein paar Aepfel in die Schale, bald wird es mit den Gravensteinern zu Ende sein! Ich habe ausnahmsweise Zeit, mit mehreren anderen Kolleginnen zu plaudern und erfahre, wie einige Frauen schwere Schicksalsschläge ertragen müssen. Ich bin sooo dankbar, dass es uns gut geht!

Der Patron schliesst sich meistens ein, er hat ein 24 Stunden Pensum vor sich, um ein kompliziertes Rechtsgutachten zu verfassen. Wir schreiben die zitierten Teile davon ab, ich auf deutsch, meine Kollegin versucht, grosse Tabellen übersichtlicher auf die Seite zu zwängen.

Ueber Mittag fahre ich in die Stadt und kaufe Landkarten für den geplanten Ausflug mit meinem Bruder im Freiburgerland. Dumm, unser Ziel, der Berg Moléson ist auf vier verschiedene Karten 1:25 000 verteilt - so begnüge ich mich halt mit der 1:50 000 er Karte. Die Sandwichs geniesse ich auf der Bank vor dem Nostalgie-Karussell. Es ist entspannend, den leisen Tönen zu lauschen und den glücklichen Kleinen auf den rauf- und runtergleitenden Pferdchen (offensichtlich der beliebteste Platz) zuzuschauen.

Zu Hause bereitet mein Göttergatte den Luftschutzkeller für die periodische Inspektion vor: putzen und rausräumen (zum Glück nicht alles!). Ich freue mich, mich abends an den gedeckten Tisch setzen zu können, müde aber zufrieden über den Tag. Ich bedaure den Patron, der jetzt bestimmt immer noch bei seiner Arbeit sitzt.

Dienstag, Oktober 03, 2006


Grauer Himmel beim Aufstehen, strömender Regen, dann ein paar Sonnenstrahlen über Mittag, nachmittags Blitz, Donner, Windböen und Regengüsse.... das waren einige der vielen Ueberraschungen, die mir der heutige Tag (mein Geburtstag) bescherte!

Das Photo zeigt das Bouquet, das mir mein Patron mit Dank für meine Arbeit zukommen liess. Morgens schon hatte der Postmann geklingelt und mir Geburtstagspost und Pakete überreicht :-) und auch von JP wurde ich beschenkt und verwöhnt. Dann noch ein Telefonanruf aus den USA von JPhil nebst vielen netten virtuellen Happy Birthday Grüssen, kurz, all dies versüsste den Gedanken, nun wieder ein Jährchen mehr auf dem Buckel zu haben.

Nachmittags begab ich mich trotz des schlechten Wetters zu Fuss zum Treffpunkt der Dienstagsradler, bzw. Wanderer. Tatsächlich kam eine treue Freundin, um mir wenigstens "Bon anniversaire!" zu wünschen. Wir spazierten dann zum nächsten Bistro, tranken den traditionnellen Tee und plauderten gemütlich. Auf dem Heimweg sah ich noch einen vom Sturm geknickten Baum. Etwas enttäuscht nahm ich zur Kenntnis, dass die hübschen Blumendekorationen der Gemeinde mit und um Bleistifte weggeräumt worden waren um Platz für die Herbstbepflanzung zu machen. Ich habe es versäumt, sie zuvor in ihrer vollen Pracht abzuknipsen.

Ich bin Familie und Freunden sehr dankbar für ihre Liebe und Zuneigung.

Montag, Oktober 02, 2006

Ein bisschen ärgerlich ist es ja schon, wenn nach einem total verregneten Sonntag ein sonniger und milder Montag folgt! Wir genossen ihn mittags auf der Terrasse beim Essen (ich hatte die erste Kürbissuppe der Saison gekocht und eine Zwetschgenwähe gebacken).

Am Eidechsenmäuerchen sass eine Eidechse, als ich nachmittags ausnahmsweise rechtzeitig ins Büro strampelte. Dort war der Patron sehr beschäftigt und meistens abwesend. Er hatte mir aber eine Beige Arbeiten vorbereitet und dann auch noch telephonisch eine Liste von Leuten diktiert, an die ich seine neueste Publikation im Umweltsrecht senden sollte. Ich wollte alles erledigen und so war es draussen schon dunkel, als ich heimradelte. Vom Salève grüsste ein blauer "Stern" und darüber ein Halbmond, verdeckt von einer leichten Wolke, genau wie ich ihn als Bild in einem Kinderbuch in Erinnerung habe. Dazu milde Luft und das Gezirpe von Grillen. Essen, Schreiben, Lesen - höchste Zeit ins Bett zu schlüpfen!

Sonntag, Oktober 01, 2006

Ein Regensonntag von A - Z! Wenigstens fiel es mir leichter, den ganzen Tag zu Bügeln, um endlich meine meterhohe Beige Wäsche in die Schränke versorgen zu können!

JP kleidete sich als Unterwassersportler und sammelte weiter Zwetschgen unseres Baumes ein.

Ansonsten Lektüre, Plaudern und sich bei einer Tasse Tee mit Schokolade über das miese Wetter trösten. Heute fand übrigens in unserer Gemeinde die "Verybike" statt, die letzte Etappe des "Tour de Romandie" Mountainbike Rennen - da habe ich tolle Bilder verpasst, denn die Teilnehmer müssen heute völlig verdreckt angekommen sein! http://snipurl.com/xx80 Auch der Murtenlauf fand unter strömendem Regen statt, trotzdem gewann ein Kenyaner, wie üblich!

Eben guckt mir JP über die Schultern und bemerkt, wir sollten jetzt das Rennen für den Bettzipfel starten!